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  Der Vaterkomplex und seine Auswirkungen
03. März  2017

Bei dem Elektrakomplex handelt es sich um einen Begriff aus der Psychologie, der auch als Mutter- oder weiblicher Ödipuskomplex bezeichnet wird. Typisch für das gefährliche Verhaltensmuster ist eine auffallend starke Bindung zwischen Tochter und Vater bei gleichzeitiger Feindseligkeit gegenüber der Mutter. Erstmalig in Erscheinung trat der Elektrakomplex im Rahmen der Analytischen Psychologie Carl Gustav Jungs, der das Verhaltensmuster 1913 in seiner Schrift „Versuch einer Darstellung der Analytischen Theorie“ darstellte. Jung spricht dort von einem Mutterarchetyp, die sogenannte Urmutter. Der Archetyp ist ein wichtiges Element rundum den Mutterkomplex, der Söhne und Töchter betreffen und unterschiedlichste Ausprägungen annehmen kann.

Vaterkomplex: Mama ist böse, Papa ist lieb
Die eigenen Eltern prägen bereits in den ersten Lebensjahren die spätere Persönlichkeit und setzen wichtige Impulse für den Verlauf unseres Lebens. Das Verhältnis zum anderen Geschlecht und die Art und Weise, wie wir uns innerhalb einer Beziehung verhalten, kann durch Vater und Mutter stark beeinflusst werden. Auch alleinerziehende Singles geben ihre Erfahrungen und Werte an die eigenen Kinder weiter und stellen so wichtige Weichen für die Zukunft. Der Elektrakomplex kann jedoch gravierende Auswirkungen auf die Tochter und im Verlauf auf die ganze Familie haben und das Verhalten gegenüber den eigenen Eltern – alleinerziehend oder in einer intakten Beziehung – nachhaltig stören.

Elektrakomplex – Griechischer Mythos oder modernes Problem?  
Die Namensgebung des nicht zu unterschätzenden Phänomens ist inspiriert von der griechischen Mythengestalt Elektra, die gemeinsam mit ihrem Bruder Orest ihre Mutter Klytaimnestra und ihren Stiefvater Aigisthos ermordete, um den von dem Paar getöteten Vater zu rächen. Sigmund Freud verfolgt im Vergleich mit den Thesen von Carl Gustav Jung eine andere Theorie und verknüpft die Entstehung eines Elektrakomplexes mit der sexuellen Entwicklung eines Mädchens. Die liebevolle Beziehung zum eigenen Vater ist für die Tochter nur eine von insgesamt drei möglichen Optionen. Die anderen beiden Entwicklungspfade können durch die allgemeine Abwendung von der Sexualität, oder durch die Betonung der Männlichkeit, dem Männlichkeitskomplex, ausgelebt werden.

Ödipuskomplex trifft auf Vaterkomplex
Laut dem Psychiater Jung besitzt jeder Mensch männliche Komponenten (Animus) und weibliche Komponenten (Anima), die sich größtenteils daran orientieren, wie die Person den eigenen Vater oder die Mutter erlebt hat. Ein Sohn projiziert seine Anima nach außen und nimmt Frauen in einem ganz bestimmten Licht wahr. Diese Projektion wirkt sich natürlich auch auf die Partnersuche und die Gestaltung einer Beziehung aus. Im Gegensatz dazu spielen sich die Anima bei Töchtern im Inneren ab und beeinflussen dort, ob das innere Mutterbild positiv oder negativ empfunden wird – Imitation oder Ablehnung sind die Folge. Gerade für alleinerziehende Mütter und Single-Väter kann der Elektrakomplex schnell zu einem Problem werden, da sie sich den auffälligen Verhaltensmustern oftmals ganz alleine und ohne die Unterstützung des Partners stellen müssen

 

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