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Mehr als 1,5 Millionen Mütter in Deutschland sind alleinerziehend. Tendenz steigend. Single Mamas und Papas müssen sich um alles kümmern, der finanzielle Spielraum ist oft klein.

Etwa 2,3 Millionen Kinder wachsen bei einem Elternteil auf.

Insgesamt gelten hierzulande rund 2,8 Millionen Kinder als armutsgefährdet.

Auffallend hoch ist das Armutsrisiko von alleinerziehenden Müttern (neun von zehn Alleinerziehenden sind weiblich), momentan liegt es bei 44 % . Die Gründe sind steuerliche Benachteiligung, Diskriminierung auf dem Arbeitsmarkt und veränderte Unterhaltsregelungen.

Zwar sollte die Unterhaltsrechtsreform von 2008 die Situation für Frauen verbessern, bewirkt aber genau das Gegenteil. Denn der getrenntlebende Vater muss nur noch zahlen, bis das Kind drei Jahre alt ist. Danach bekommt die Mutter im Regelfall nichts mehr. Sie ist verpflichtet voll zu arbeiten, auch wenn sie mehrere Kinder hat.

Doch damit nicht genug. 50 % aller Alleinerziehenden erhalten keinen, und jede 4. nur unregelmäßig Unterhalt für die Kinder. Und das, obwohl der Großteil der Väter zahlen könnte. Viele rechnen sich arm oder tauchen unter.

Für diese Väter springt der Staat ein und gewährt Unterhaltsvorschuss. Seit Juli dieses Jahres haben Kinder darauf nun immerhin bis sie 18 sind und nicht nur bis zum 12. Lebensjahr Anspruch.

Auch steuerlich werden Alleinerziehende immer noch benachteiligt. Das Hauptproblem dabei ist, dass alleinerziehende Mamas und Papas nicht als Familie gesehen werden, sondern wie Singles besteuert werden. Der Entlastungsbetrag, den Alleinerziehende in Anspruch nehmen dürfen, gleiche die Mehrbelastung, die durch ein Kind entsteht, nicht aus, kritisieren viele Verbände.

Maximal 859 Euro pro Jahr kann eine Single Mutter mit einem Kind an Steuern sparen, und auch nur dann, wenn sie gut verdient - das tun die wenigsten. Ein Ehepaar kann dagegen durch das Ehegattensplitting bis zu 16 000 Euro sparen.

Ein weiterer Nachteil für alleinerziehende Mütter: Noch immer verdienen Frauen 21 Prozent weniger als Männer. Der Grund: Sie arbeiten deutlich häufiger als Männer in Teilzeit, sind oft in schlechter bezahlten Berufen tätig und haben seltener Führungspositionen inne. Experten schätzen, dass Frauen und Männer erst im Jahr 2067 gleich viel verdienen werden.

Immerhin: Erst vor kurzem wurde ein Lohngerechtigkeitsgesetz auf den Weg gebracht. Beschäftigte können erstmals darüber Auskunft verlangen, was Kollegen in gleichwertigen Positionen im Durchschnitt verdienen.

Ein anderes unerfreuliches Thema ist die Kinderbetreuung: Auch wenn die Betreuungsquote bei Kindern bis zu drei Jahren seit 2010 um sieben Prozent anstieg, fehlen in Deutschland leider noch immer mindestens 300 Tausend Kita-Plätze.

Doch es gibt auch eine kleine gute Nachricht: Wie der aktuelle Familienbericht der Bundesregierung zeigt, gibt es einen Trend zum einem neuen Rollenverständnis der Väter. Im Moment teilen sich 15 % der getrennten Väter und Mütter die Erziehung ihrer Kinder zu mehr oder weniger gleichen Teilen. Sehr viel mehr, nämlich 51 % wünschen sich eine paritätische Aufteilung bei der Kinderbetreuung

Es geht also langsam voran !

Quellen: „Familienreport 2017“

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